Leben im richtigen Geschlecht – der Alltagstest

Aber wenn man einmal das andere weiss,
dann hat man die Wahl nicht mehr,
den Weg der meisten zu gehen.
Der Weg der meisten ist leicht, unserer ist schwer.

(Hermann Hesse, Demian)

Was die medizinische Welt zynisch Alltagstest nennt, ist viel härter als der Alltag einer transsexuellen Frau, die diesen Prozess hinter sich hat. Es gibt noch keine Verweiblichung des Gesichts, die Epilation ist noch offen, man hat keine Ahnung wie man sich kleiden oder schminken soll, das Selbstbewusstsein beginnt ganz unten…….. Man durchlebt viel in einer härteren Form als später im Leben. darüber möchte ich hier schreiben. Aber das Thema ist so vielfältig, dass das nicht am Stück geht, ich werde es also vorläufig immer mal wieder ergänzen, bis die wesentlichen Punkte drin sind.

Anmeldung zur Begutachtung
Wer den offiziellen Weg gehen will, sollte sich raschmöglichst bei einem Psychiater zur Begutachtung melden, denn ohne ein psychiatrisches Gutachten kommt man nicht weit auf diesem Weg. In den meisten Ländern gibt es Fristenlösungen, in der Schweiz heisst das beispielsweise, ein Jahr unter psychiatrischer Begleitung im “angestrebten Geschlecht” zu leben, dann ein Jahr Hormontherapie, dann GaOp. Deshalb sollte man sich so früh wie möglich irgendwo anmelden, idealerweise in einem Kompetenzzentrum, weil die nicht nur die Vernetzung einzelner Fachbereiche bieten sondern auch anerkannte Gutachten liefern.

Bestätigung des Psychiaters
Lass Dir vom behandelnden Psychiater eine Bestätigung ausstellen, in der steht, dass Du wegen Transsexualismus in Behandlung bist und deshalb nicht in dem Geschlecht und unter dem Namen auftrittst, der im Ausweis steht. Es sollte drauf stehen, welchen Namen Du trägst und welcher im Ausweis steht. So eine Bestätigung ist zwar nicht rechtsgültig, kann aber hilfreich sein bei Ticketkontrollen oder wenn man eingeschriebene Post abholt.

Bart-Epilation
Da der Bartwuchs durch die Hormontherapie nur vermindert aber nicht beendet wird, muss man sich nicht nur weiter rasieren sondern sollte den sogenannten Bartschatten reduzieren. Dunkelhaarige sind mit dem Laser gut bedient, bei Hellhaarigen sind diesem Verfahren Grenzen gesetzt und eine ergänzende Nadelepilation kann in Frage kommen. Ich empfehle halbjährlich zwei Laserbehandlungen im Frühjahr und Ende Herbst. Diese würde ich auf einen Freitag legen, damit die Haut übers Wochenende etwas heilen kann, man sieht nämlich arg angebrutzelt aus nach dem Lasern. Freitag bis Montag reicht doch, dass man mit etwas gutem MakeUp wieder lichttauglich wird.

Dieser Beitrag ist gerade in Bearbeitung und wächst vorläufig weiter……

Nachfolgend kommen einige Beiträge, die spezielle Aspekte des Alltagsleben behandeln wie das Selbstbewusstsein oder die Kleidungsfrage.

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