GaOp – die geschlechtsangleichene Operation

Eine geschlechtsangleichende Operation (GaOp) ist der letzte Schritt von transsexuellen Menschen, mit dem mittels plastischer Chirurgie (Wiederherstellungschirurgie) der äussere Körper dem Hirngeschlecht angeglichen wird. Es handelt sich dabei nicht wie in Medien oft geschrieben um eine Geschlechtsumwandlung sondern um “geschlechtsangleichende Massnahmen”, mit denen man den Körper dem wirklichen im Hirn festgelegten Geschlecht ähnlich macht. Die GaOp ist für viele transsexuelle Menschen der letzte medizinische Schritt zu einem menschenwürdigen Leben. Eine Massnahme, die nach langer Leidenszeit das Äussere mit dem Inneren in Einklang bringt und damit eine unerträgliche Spannung löst.

Genitalangleichende Operation
Bei der GaOp wird das männliche Geschlechtsteil in eine sogenannte NeoVagina umgeformt. Was kaum vorstellbar ist, wird dank plastischer Chirurgie mit überraschend gutem Resultat möglich. Kurz zusammengefasst und stark vereinfacht wird dabei folgendermassen vorgegangen:

  1. Die Hoden werden entfernt.
  2. Der Schwellkörper und der Grossteil der Eichel werden entfernt.
  3. Die Harnröhre und ein Stück der Eichel (für die NeoKlitoris) wird verlegt.
  4. Im “Innenraum” wird durch Verschieben und Herumwürgen etwas Platz geschaffen.
  5. Die nun hohle Penishaut wird am Ende zusammen genäht und nach innen gestülpt.
  6. Aus dem Rest der Eichel wird die Klitoris geformt
  7. Aus einem Teil des Hodensackes werden die Schamlippen geformt.

Risiken einer GaOp
Diese GaOp birgt eine Reihe von Risiken, wenn beispielsweise wichtige Nerven versehentlich gekappt werden, fühlt man da nichts mehr. Es kann mit der Harnröhre Probleme geben und vieles mehr. Die Chancen stehen zwar gut, dass man diesen Eingriff schadlos übersteht, aber die Risiken sind nunmal da.

Genesung nach der GaOp
Wenn alles ohne Komplikationen abgelaufen ist, bleibt man etwa zwei Wochen im Spital. Man kann zwar schon nach etwa einer Woche das Bett ein wenig verlassen, aber wegen der Nachbetreuung muss man ne Weile da bleiben. Wie es anschliessend weiter geht, da gehen die Erfahrungen weit auseinander. Es wird auch sehr auf den Job ankommen. In meinem Fall als stets sitzende Softwareentwicklerin konnte ich schon eine Woche nach der GaOp 50% arbeiten und nach zwei Wochen 80%.

Sexuelle Empfindungen
Da dieser Eingriff so ziemlich an die Grenzen der Möglichkeiten der plastischen Chirurgie geht, kann nicht erwartet werden, dass alles wundervoll läuft. Schwere Schädigungen sind zwar selten, aber die Frage wieviel man nach der Op fühlt, ob und wie es mit der Erregbarkeit steht, ob man “penetrationsfähig” ist oder sogar orgasmusfähig, all das ist in Frage gestellt. Eine gute Freundin von mir, die bei dem Chirurgen operiert wurde, der auch meine Op machen wird, kann all diese Fragen positiv beantworten, sie ist rundum zufrieden. Aber bei einigen ist das eine oder andere beeinträchtigt. Gerade bei diesem Thema müssen Betroffene sich bewusst sein, dass sie mit entsprechenden Verlusten rechnen müssen. Bei mir persönlich ist es so, dass mir die sexuellen Aspekte nicht soooo wichtig sind, aber nichts zu fühlen wär doch schwer zu verdauen. Aber wenn einem die Sexualität sehr wichtig ist, muss man sich dieses Risiko wirklich gut überlegen.

Fakten über Fakten – alles über die GaOp
Das ist wie gesagt stark vereinfacht. Eine sehr ausführliche Geschichte der Geschlechtsangleichungen samt detaillierter Erklärung des Operationsvorgangs samt aussagekräftigen Skizzen und am Schluss einige Fotos der Operationsergebnisse nach erfolgter Verheilung.

Operativ aufgebaute Vagina bei Mann zu Frau Transsexualität
Operation Frau (Dr. Krege)

Fazit – wenn’s sein muss, muss es halt sein
Ich denke, man sollte diese Operation nicht machen, nur weil man es möchte. Man sollte es nur machen, wenn man es machen muss. Das ist keine Blinddarmoperation, es ist ein schwerer Eingriff mit möglicherweise fatalen Konsequenzen. Nur wenn jemand ohne diesen Schritt nicht sein kann, dann muss es halt sein….. und dann ist es auch die einzige Möglichkeit.

Dieser Beitrag ist eine Kopie eines Textes aus meinem GaOp-Tagebuch und wird gelegentlich ersetzt durch einen neueren Text.
Was ist eine GaOp?

Ausserdem verweise ich auf mein GaOp-Tagebuch, in dem es neben dem Tagebuch selbst noch ein paar informelle Themen-Seiten hat (siehe Tabulatoren ganz oben im Blog):
Dianas GaOp Blogtagebuch
GaOp Voraussetzungen
GaOp Nachbehandlung
GaOp Listen (ToDos, Packlisten, Heilmittel….)

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